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10.000 km in 8 Tagen: Ein Rekord und Langstreckentest

mit zwei Wunderlich K 1200 R und R 1200 RT


Die Tour:

Von Sinzig aus haben Corinna Ziebarth und Jochen Stather Europa in einem Rutsch durchquert. Über das Baltikum und Finnland ging es ans Nordkap, dem nördlichsten Punkt Europas. Von dort auf direktem Wege via Sinzig nach Gibraltar, dem südlichsten Punkt. In 9 Tagen haben Sie 9.421 Kilometer zurückgelegt – ein extreme Herausforderung für Mensch und Maschine.


Die Motorräder:

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein: Der Reisetourer par excellence, die BMW R 1200 RT trifft auf das stärkste Naked Bike der Liga, die BMW K 1200 R.
Beide Maschinen waren mit einer Fülle von bewährten WUNDERLICH Komponenten und diversen Prototypen ausgestattet und somit fernreisetauglich gemacht.

Die Fahrer:

Jochen Stather, 1971
Motorradabenteurer, Autor und Assistent der Produktentwicklung & Testfahrer
Gelernter Koch & Hotelkaufmann
2003 Düsseldorf – Vladivostok, 16.000km in 6 Wochen auf BMW F 650 GS Dakar quer durch Eurasien

2004 Sinzig – Sibirien – Sinzig, 11.500km in 5 Wochen auf Wunderlich BMW R 1200 GS „SilverX“

2005 Sinzig – Syrien – Sinzig, 8.500km im Februar / März auf Wunderlich BMW R 1200 GS „SilverX“



Corinna Ziebarth, 1977
Motorradabenteurerin, Assistentin der Geschäftsleitung von ICS (International Courier Service)
Gelernte Speditionskauffrau
2000 diverse Europa Touren inkl. Portugal, Spanien, Frankreich auf Yamaha XJ 600 S
2002 Mittel- Südeuropa, 10.000 km in 5 Wochen auf BMW R 1100 GS
2003 Skandinavien-Tour & Süd-Osteuropa, 10.500 km auf BMW R 1100 GS
2004 Osteuropa (bis zum Schwarzen Meer), 5.500 km in 3 Wochen auf BMW R 1100 GS


Die Strecke

Sinzig – Warschau – Vilnius – Tallinn – Helsinki - Nordkap - Lulea - Stockholm - Norrköping - Helsingborg - Kopenhagen - Rödbyhavn - Lübeck - Hamburg - Bremen - Sinzig - Mayen - Trier - Luxemburg -- Nancy - Dijon - Beaune - Macon - Lyon - Valence - Nimes - Montpellier - Narbonne - Perpignan - Barcelona -- Valencia - Malaga - Montemar - Marbella – Gibraltar

Oder in Ländern: Deutschland – Polen – Litauen – Lettland – Estland – Finnland – Norwegen – Finnland – Schweden – Dänemark – Deutschland – Luxemburg – Frankreich – Spanien - England


Die Idee

Einerseits wollten wir natürlich die vielen Wunderlich-Zubehörprodukte auf Herz und Nieren testen. Andererseits wollten wir unsere eigenen Grenzen erfahren und vielleicht sogar bei anderen die Lust aufs Reisen „entfachen“. Unser Anliegen ist es, Motorradfahrern den Spaß am Reisen näher zu bringen. Wir wollen Mut machen, denn auch mit wenig Zeit lassen sich die ganz besonderen Zweirad-Erlebnisse erfahren.


News-Ticker:

1.Tag (13.August)

Samstag, 13.August, nun ist es endlich soweit. Nach Monaten intensivster Vorbereitung haben wir uns auf den ersten Teil der knapp 10.000 Kilometer langen Reise gemacht. Der erste Tag führte uns von Sinzig, via Dresden und dem Grenzübergang Görlitz bis kurz vor Warschau, wo wir nach knapp 13 Stunden im Sattel das Nachtlager aufgeschlagen haben. Die ersten 1050 Kilometer wären also geschafft und außer bleifreiem Super hatten die beiden von Wunderlich vorbereiteten BMW-Modelle keinerlei Pflege nötig .


2.Tag (14.August)

Der zweite Tag hat schon arg an unseren Nerven gezerrt. Heute haben wir „nur“ knapp 1000 Kilometer zurücklegen können und dabei mehr als 16 Stunden auf den Motorrädern verbracht. Diese Teilstrecke von Warschau (Polen) über Litauen, Lettland bis hoch nach Estland besteht zu großen Teilen nur aus Landstraßen. Was wir nicht ahnten ist, dass sich uns mehr als hundert Baustellen und tausend Roten Ampeln in den Weg stellen sollten. Von einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Ostsee begleitet, erreichen wir nach Einbruch der Dunkelheit den Grenzübergang nach Estland, zeigen kurz unsere Ausweise und bekommen von der Zöllnerin einen Tip für ein kleines Hotel in der Nähe. Dank der guten Beschreibung ist das Haus am Meer schnell gefunden, die Motorräder parken direkt vor der Türe und nach einem kleinen Essen und einem großen Bier lasen wir uns von der Erschöpfung und dem Rauschen des Meeres in den Schlaf sinken. Mit den Motorrädern ist alles in bester Ordnung und die K 1200 R entpuppt sich dank dem Alu-Motorschutz als durchaus Pistentauglich.


3.Tag (15 August)

Der gestrige Tag hat uns im Zeitplan etwas zurück geworfen. Um 5 Klingelt der Wecker völlig zerschlagen steigen wir aus dem Bett. Unsere Körper gewöhnen sich nur langsam und mit viel schmerzhaften Widerstand an das lange Sitzen in den ungewohnten Positionen. Wir kommen gut voran und bekommen auch sofort eine Fähre der Silja Linie, die uns in etwas mehr als einer Stunde von Tallin nach Helsinki bringt. Endlich Zeit zum Frühstücken und ein kleines Schläfchen. Helsinki erwartet uns mit blauem Himmel und einer angenehmen Temperatur und guter Dinge suchen wir uns den Weg gen Norden. Die Strassen sind gut ausgebaut und nur wenige Baustellenstaus bremsen uns. Trotzdem haben wir heute sehr mit uns selbst zu kämpfen. Unsere Körper sträuben sich immer noch gegen die dauerhafte Belastung. Begleitet von Sonne und Regenschauern haben wir bei Einbruch der Dunkelheit unsere Leidensgrenzen erreicht und machen uns auf die Suche nach einer Unterkunft. Nach gut einer Stunde umherfahren landen wir endlich an einem Campingplatz, der auch Hütten vermietet. Wir bekommen eine Hütte mit eigener Sauna und kaum sind die Motorräder abgeladen sitzen wir auch schon im Dampf der finnischen Sauna und gönnen unseren geschundenen Körpern eine wohltuende Entspannung. Wieder fallen wir wie tot in die Betten.


4.Tag (16.August)

Wie beim Skiurlaub war wohl auch bei uns der Dritte Tag der schlimmste, denn heute morgen geht es uns schon wieder viel besser. Guter Dinge machen wir uns früh auf den Weg, den heute haben wir als Ziel das Nordkapp angepeilt. Am Polarkreis gönnen wir uns ein ausgedehntes Frühstück und tauchen dann tief in die Wälder Nord-Finnlands ein. Eine wunderschöne Straße mit kaum Verkehr bringt die pure Freude am Fahren zurück – nur unterbrochen durch einige Vollbremsungen – wer will schon ein Renntier streifen? Die schönen Tiere tauchen immer wieder aus dem Wald auf der Fahrbahn auf und haben die absolute Ruhe weg. In Norwegen wird die Landschaft karger, aber nicht minder schön. Spiegelglatte See reflektieren die Wolken am Himmel und die Fahrt gen Nord treibt uns ein breites Lächeln in die Gesichter. Die letzten 300km zum Nordkapp sind einfach genial. Breite Strasse, praktisch kein Verkehr und eine Kurve nach der Anderen, zum Schluß immer an der Küstenlinie des Fjords entlang – beleuchtet von einer orangen leuchtenden Sonne. Hätten wir doch noch mal Tanken sollen? Vor der Einfahrt in den Nordkapp-Tunnel zeigt die Reserveanzeige der „K“ noch 7 Kilometer an – der Tunnel ist aber 8km lang... die 3km bergab lasse ich rollen, und dann geht es vorsichtig die 4km wieder hoch. An der Mautstation zeigt die Restkilometeranzeige „0 km“ an. Die nächste Tankstelle? In 16km.... Das sind wirklich die längsten Kilometer, die wir je gefahren sind, aber wir kommen mit laufendem Motor an der Tankstelle an und ich tanke 19,5 Liter in den 17 Liter Tank. Auf der Nordkapp Insel holt uns das typische Wetter wieder ein – wir fahren durch dicke Wolken und am Ziel angekommen zeigt der Thermometer der RT noch 0,5 Grad an. Wir machen ein paar Bilder, nehmen uns in die Arme, trinken einen heißen Kakao, schreiben Postkarten und machen uns auf den Rückweg. 80 Kilometer südlich finden wir eine Holzhütte, die uns für diese Nacht ein Dach über dem Kopf bietet.


5.Tag (17.August)

Zeit mal nach den Maschinen zu schauen. Beide brauchen ein bisschen Öl, sonst ist nichts zu beanstanden. Nun geht es auf der gleichen Strecke zurück nach Finnland und von dort nach Schweden. Hier wartet erstmal eine frisch gesplittete Strasse auf uns, aber auch das kann uns nicht aufhalten. Wir meinen schon die Wärme des Südens spüren zu können. Corinna fährt mit der RT voraus und verhindert so dank Tempomat, dass wir die geltenden Geschwindigkeiten überschreiten. Etwas deprimiert stellen wir anhand der Entfernungsschilder fest, dass Schweden ein verdammt langes Land ist. Und so gönnen wir uns nach einem langen Tag eine luxuriöses Bett im Scandic Hotel in Umea, die extra in der Garage für unsere Maschinen noch Platz schaffen. Pünktlich zum Vollmondaufgang über der Stadt liegen wir in unserem Bett.


6.Tag (18.August)

Nach einem schnellen Frühstück geht es wieder los und völlig problemlos spulen wir die Kilometer in Schweden ab. Wir fahren durch traumhaft schöne Landschaften, immer wachsam den Straßenrand beobachtend, ob nicht doch ein Elch auftaucht. Wir haben glück und ausser den üblichen Tank- und Film/Fotostops gibt es keine Unterbrechungen. Gegen 23:00 erreichen wir Helsingborg und wollen uns dort ein Hotel suchen. Doch schon im Ersten erfahren wir, dass die ganze Stadt wegen einer großen Veranstaltung ausgebucht ist. Also fahren wir auf gut Glück an den Fährhafen und ich zeige einfach am Schalter die Tickets der Scandicline, die wir im Vorfeld erhalten hatten. Wir werden weitergewunken und sind noch nicht richtig auf dem Schiff, als dieses schon ablegt. Wenn das kein Glückstag ist heute. In Helsingor angekommen tanken wir voll und kommen im Hotel „Las Vegas“unter. Dort dürfen wir die Maschinen sogar in der Lobby parken.


7.Tag (19.August)

Heute wartet in Sinzig die Mannschaft für den Boxenstop auf uns, also nichts wie los, schnell sind wir mit der 2. Fähre auf Fehmarn und wir stürzen uns in den deutschen Verkehr. Die Autobahnkilometer bis Sinzig sind das Schlimmste, was wir auf dieser Tour bis jetzt erlebt haben. Stau, Unwetter, „deutsche Autofahrer“... wie schön war das Fahren doch in Scandinavien! Völlig zerschlagen erreichen wir gegen 19:00 Sinzig und werden mit Applaus und Sekt empfangen. Während wir von der Reise erzählen, bekommen die Maschinen einen neuen Satz Hinterreifen, um auch für Erich Wunderlich und Frank Tholey auf der Rückfahrt noch Gripp bieten zu können.


8.Tag (20.August)

Um 5 klingelt der Wecker und um 05:30 sitzen wir wieder auf den Maschinen. Natürlich regnet es, aber das kann uns nicht bremsen, schnell erreichen wir via Luxemburg die Französische Autobahn und auch dort kommen wir bei besser werdendem Wetter gut voran. Hier macht das Fahren doch wieder Spaß. Nach gut 1300km erreichen wir in der Dunkelheit Barcelona und gönnen uns ein nettes Hotel und natürlich noch ein Schlummerbierchen an der Hotelbar.


9.Tag (21.August)

Kalt und ungemütlich ist es, als wir uns um kurz vor 6 wieder auf die Autobahn machen. Auch die Sonne lässt noch lange auf sich warten. Trotzdem kommen wir super voran – das Ziel ruft! Bald können wir die Gore-Inlets und die Regenkombis in den Koffern verstauen und ein bisschen die Sonne des Südens genießen. Wenig Verkehr und geniale Autostraßen lassen die Fahrt nach Gibraltar zum Vergnügen werden. Nachdem ein heftiges Unwetter bei Granada nochmals für Abkühlung sorgt, erreichen wir gegen 19:00 den Grenzübergang in Gibraltar und werden dort von Erich Wunderlich empfangen. Bei einem Sekt am „Europe Point“ fallen wir uns überglücklich in die Arme – Rekord geschafft!


Die Tour in Zahlen:

Gefahrene Kilometer gesamt: 9.421km
Tage unterwegs gesamt: 9
Stunden unterwegs gesamt (brutto): 139 (5,8 Tage)
Stunden gefahren gesamt (netto): 100,5 (4,2 Tage)
Getankte Liter: 1081
Durchschnittlicher Verbrauch K 1200 R: 6,03L
Durchschnittlicher Verbrauch R 1200 RT: 5,6L
Benötigte Menge Öl: 1,5 Liter (RT – 1,25L / R 0,25L)
Benötigte Ersatzteile: je ein Hinterradreifen
Benötigte Wund-Pflege: zwei Tuben Voltaren und eine Tube Bepanthen


Ausführliche Berichterstattung finden Sie auch unter

http://www.joedakar.com

und

http://www.cowrinna.de

Quelle: http://www.wunderlich.de
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